Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Handschriften

Die heutige hallesche Handschriftensammlung ist weder das Ergebnis gezielter schöngeistiger bürgerlicher oder adeliger Sammeltätigkeit noch das der umfangreichen Integration mittelalterlichen universitären Schrifttums oder monastischer Sammlungen. Vielmehr erfolgte der Erwerb von Handschriften in Halle lange Zeit primär unter dem Aspekt der Versorgung der reichs- und staatsrechtlich ausgerichteten Fakultäten mit mittelalterlichen Quellenschriften für Lehr- und Forschungszwecke. Der Kern der halleschen Sammlung erwuchs dementsprechend aus den Notwendigkeiten des universitären Alltagsbetriebs. Daher fehlen reich illuminierte mittelalterliche Codices wie Stundenbücher und illustrierte literarische Handschriften fast vollständig. Stattdessen liegt der besondere Wert der halleschen Sammlung in ihrem Reichtum an spätmittelalterlichem Gebrauchsschriftum und dem Fundus qualitätvoller Textüberlieferung.

Die rund 400 mittelalterlichen abendländischen Handschriften der ULB Halle gelangten aus unterschiedlichsten Sammlungen in deren Besitz. Neben alten UB Beständen handelt es sich um Säkularisationsgut des 19. Jahrhunderts, an die ULB übertragene Bestände der Bibliothek Johann Augusts von Ponickau, Bestände des Thüringisch-Sächsischen Geschichtsvereins und der Stifts- und Gymnasialbibliothek Quedlinburg sowie um Ankäufe des 19./20. Jahrhunderts.

Während Kataloge für die lateinischen und das Quedlinburger Segment der deutschen Handschriften seit längerem existieren, wurde die Mehrzahl der deutschsprachigen Handschriften erst in den vergangenen Jahren durch ein Erschließungs- und Katalogisierungsprojekt der DFG verzeichnet.

Die Musikhandschriften der ´Musikbücherei Arno Werner´ sind in einem handschriftlichen Zettelkatalog erfasst.

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